Schreinerarbeiten

Astronomie ohne Basteln geht ja irgendwie gar nicht. Ich wollte schon immer ein schönes Holzstativ, aber die Dinger sind echt teuer. Also selber bauen.

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Erstmal recherchieren was die Szene so alles fabriziert hat. Aha, hier ein paar Latten, da ein paar Schrauben – das sollte doch zu machen sein. Also ab in den Baumarkt! Hm. Nur Kiefer und Fichte. Das ist ja nicht so toll. Zuhause im Internet recherchiert. Esche – das wärs. Leider s.. teuer. Also doch Kiefer und Fichte. Ein paar Tage später war das Refraktorstativ fertig. Oberflächenbehandlung mit Leinölfirnis. Viel besser als der Bootslack, den ich auf die Rockerboxen geschmiert habe. Nebenbei habe ich noch den 40 Jahren alten Apollo 60/700 Refraktor umgebaut, so dass man mit 2″ Okularen in den Fokus kommt. Der Fokussierer ist jetzt ein Abwasserrohr, welches als Schiebefokussierer funktioniert und den 2″ Zenitspiegel aufnimmt. Coole Sache. Gestern habe ich mir damit M13 angesehen und den Mond. Der Mond war echt toll. M13 war so, wie mit 6cm Optik halt möglich ist.

CS

Matthias

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Kopernikus in den Karpaten

Allgemein unbekannt ist, dass Kopernikus südlich der Karpaten sein Lager aufschlug. Doch genau dahin führt uns unsere heutige Reise. Kopernikus gilt als einer der jüngsten Krater auf dem Mond und ist umringt von einem schönen Strahlenkranz.

Aufnahme vom 18.3.16 mit 6″ f/6

Kopernikus

Kopernikus

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Zwischen Alpen und Kaukasus

Unsere Reise führt uns heute von den Alpen über den Kaukasus zu den Apenninen. Das geht, da alle drei Gebirgsketten an ein und demselben Meer liegen. Dem Mare Imbrium.

Die Gebirge erheben sich über 3000m über dem Mareboden und einige schöne Krater, wie Archimedes und Cassini sind auf unserer Besichtigungstour auch zu bewundern. Als Highlight des Tages besuchen wir noch den Ort an dem Apollo 15 landete. Diese Stelle befindet sich in der Gegend der Hadley Rinne. Ich wünsche nun viel Spaß auf der Reise!

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Aufgenommen mit meinem 6″ Newton und der ASI120MC.

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Im Meer der Gefahren

Das Meer der Gefahren konnte ich am 13.3.2016 mit dem 6″ Newton und der ASI mit 2x Barlow bei schlechtem Seeing ablichten. Es ist ca. 3.9 Milliarden Jahre alt und hat einen Durchmesser von 740km. Das Mare wurde von russischen Sonden in den 60er und 70er Jahren besucht. Eine Sonde, Luna 15, war nicht erfolgreich und liegt wohl zerstört auf der Mondoberfläche.

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Weiter südlich gelegen befindet sich Krater Janssen mit Fabricius und Medius. Schön zu sehen ist auch das Tal Vallis Rheita.

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Mit Mozart ins Weltall

Jeder Selbstbauer der Szene kennt die Frage: Welches Material nehme ich für das Azimutlager der Rockerbox. Die Standardantwort lautet EbonyStar. Gut, das ist ein ganz besonderes Küchenfurnier mit ganz speziellen Preisen und vor allem muss man das „richtige“ erwischen, was gar nicht so einfach ist. Daneben gibts noch Formica Stardust und ich weiß nicht was noch alles. Für meine Rockerbox des 10″ habe ich Alublech mit Raufaserstruktur genommen. Das funktioniert bis jetzt ganz gut. Aber was nimmt man für die Rockerbox eines 6″, der ja viel leichter ist. Günstig soll es sein und am besten gar nichts kosten. Ich denke es war John Dobson himself der mal was von Vinyl erzählt hat – ich weiß es nicht mehr. Auf jeden Fall stach mir eine Schallplatte in meiner Sammlung ins Auge. Wolfgang Amadeus Mozart: Klavierkonzerte No 21&23 – mit Claudio Abbado. Die ist es! Nie gehört und immer nur im Regal. Schallplatte ! dein Leben bekommt eine neue Bestimmung. Schnell die Platte „unboxed“ – oder wie das heute heißt – und auf das Bodenbrett der Rockerbox genagelt. Als Gegenlager hilft das altbewährte Teflon und schwups läuft die Rockerbox mit Mozart absolut geschmeidig! Danke John – Danke Wolgang Amadeus. Privat hör ich lieber Zappa – das wäre freilich Frevel gewesen ….

Mit Mozart ins Weltall

Mit Mozart ins Weltall

6Zoll

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Jupiter – der Herr der Wolken

Durch den Hochnebel waren ein paar Sternlein zu sehen. Juchu – das Herz des Amateurastronomen schlug höher! Das Sternbild Orion stand schon im Südwesten und der Mond war noch nicht aufgegangen. Über dem Hausdach spitzte Jupiter hervor und es war an der Zeit endlich den 6″ Newton nach draussen zu schleppen und auf die TAL Montierung zu schrauben.

TAL Adapter auf GP Flansch

TAL Adapter auf GP Flansch

Die TAL Montierung wurde durch einen Adapter von JD-Astronomie kompatibel zum GP-Aufnahmeflansch gemacht, so dass die Montierung jetzt auf einem EQ-5 Stativ sitzt. Es gibt trotzdem noch Schwingungen, die ich aber auf zu wenig Gegengewicht zurückführe. Ein neues Gegengewicht (das Handeltraining des Amateurastronomen) ist schon unterwegs.

Die Montierung is Lot gebracht und eingenordet mit dem genialen Polsucher der TAL und gewartet bis der Newton auskühlte und Jupiter noch weiter übers Hausdach wanderte.

Jupiter vom 28.02.2016

Jupiter vom 28.02.2016

Dann nur noch Laptop dran (ein Gebrauchter bei dem eine SSD drin ist), die ASI120MC in den Okularauszug geschoben und los geht die Filmerei.

Bildbearbeitung am nächsten Tag gehört wie die Butter zum Brot und so gelang mir doch für die Größe der Öffnung ein recht gutes Ergebnis mit vielen Strukturen auf der Oberfläche. War doch ein kurzer Moment guten Seeing darunter. Das Bild entstand aus ca. 2000 Einzelframes des Videos.

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Boots are made for watching

… sang Nancy Sinatra in den 60er Jahren – und es gilt auch heute noch. Nicht das Teleskop oder das Seeing entscheidet über eine erfolgreiche Beobachtungsnacht, sondern die Kleidung! Der astronomische Laie mag so mythischen Versprechungen, wie 1000x Vergrößerung mit einem Discounterteleskop, Hubblebilder durchs Plastikokular mit demselben Discounterteleskop sein Vertrauen schenken – doch es ist nicht so.

stiefelKalte Füsse, klamme Hände, kalte Nasen, eiskalte Stahltuben, die vor lauter Kälte mit einer feinen, glitzernden Eisschicht überzogen sind – das sind die Herausforderungen eines Hobbyastronomen. Er steht ja nicht im beheizten Wohnzimmer, nein, er muss hinaus, bei Dunkelheit in Wald und Flur, dort wo sich Igel und Hase gute Nacht sagen, da findet man den Hobbyastronom. Am besten dort wo eine laminare Strömung herrscht, wo keine Turbulenzen das so kostbare Bild der teuren und liebgewonnenen Optik stören, da wo möglichst Horizontsicht ist, da wo möglichst keine menschliche Behausung mit Wärme und Licht Behaglichkeit verspricht, da, fern ab der Zivilisation, harrt der Hobbyastronom aus. Wenn ihr euch zu später Stunde auf den langen Weg in die Nacht macht, zieht euch warm an! Egal zu welcher Jahreszeit und egal mit welchem Equipment. Ach ja, was ich noch vergessen habe: Thermoskanne und Kekse nicht vergessen!

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